Die meisten Kunden fragen uns zuerst nach dem Fensterpreis. Verständlich. Dabei ist die Montage der Posten, der am häufigsten unterschätzt wird – und der am Ende über Erfolg oder Frust entscheidet.
Ein Fenster, das nach RAL eingebaut ist, hält vierzig Jahre. Ein Fenster, das mit Bauschaum zugeschmiert wurde, zieht nach drei Jahren, schimmelt nach fünf. Die Montage ist nicht der Ort zum Sparen – aber zu wissen, wofür man bezahlt, hilft beim Vergleich von Angeboten.
Was macht ein Fenstermonteur eigentlich den ganzen Tag?
Ein gut vorbereitetes Team schafft vier bis sechs Fenster am Tag. Die eigentliche Montage pro Fenster dauert zwei bis vier Stunden. Was passiert in dieser Zeit?
Demontage des alten Fensters. Bei einem Kastenfenster aus den 60ern ist das eine Viertelstunde Arbeit, bei einem vermauerten Altbau-Rahmen auch mal eine ganze Stunde. Entsorgung des alten Materials. Ausrichten des neuen Fensters in der Öffnung – das ist der Teil, den man nicht sieht und der am wichtigsten ist. Ein Millimeter schief oben, fünf Millimeter unten, und das Fenster klemmt in drei Jahren.
Abdichtung rundum. Kompribänder, Dichtfolien innen und außen, bei RAL-Montage das Ganze in drei Ebenen. Verankerung im Mauerwerk. Einstellen der Beschläge. Abschließende Kontrolle: öffnet, schließt, sitzt dicht.
Der Stundensatz liegt 2026 regional bei 45 bis 55 Euro. Macht etwa 100 bis 200 Euro reine Arbeitszeit pro Standardfenster.
Die Positionen, die dazukommen
Reine Arbeitszeit ist nie die ganze Rechnung. Was sich typischerweise zusätzlich auf dem Angebot findet:
Demontage und Entsorgung: 50 bis 100 Euro pro Fenster. Bei Kastenfenstern oder vermauerten Rahmen mehr. Wer sie im Keller stapeln darf, spart den Container.
Abdichtungsmaterial: 30 bis 80 Euro pro Fenster. Kompribänder, Folien, Schaum, Schrauben, Dichtstoff. Bei RAL am oberen Ende.
Laibungsarbeiten: Die fensternahen Wandflächen müssen nach dem Einbau verputzt oder verkleidet werden. Je nach Zustand der Laibung 30 bis 100 Euro pro Fenster. Im Altbau, wo die Laibung oft bröckelt oder schief ist, deutlich mehr.
Sonderfälle: Gerüst bei Arbeiten im ersten Stock oder höher, Hubsteiger bei schwer zugänglichen Fenstern, Kran bei Dachfenstern oder großen Elementen ab 2 Metern Höhe.
Unter dem Strich: Ein Standardfenster inklusive aller Montagearbeiten kostet netto 200 bis 450 Euro zusätzlich zum Fensterpreis. Im Altbau können es 500 bis 700 Euro werden.
Standard oder RAL – der Unterschied, den viele nicht kennen
Standardmontage bedeutet: Fenster einsetzen, verschrauben, den Spalt zur Mauer mit Montageschaum ausfüllen, fertig. Funktioniert, ist schnell, ist billig. Nur: Schaum ist nicht dauerhaft luftdicht, und Luftdichtigkeit ist das, was bei Fenstern den Unterschied macht.
Die RAL-Montage – genauer: der Einbau nach den „Leitlinien zur Planung und Ausführung der Montage von Fenstern und Haustüren“ des RAL-Gütezeichens – arbeitet mit drei Ebenen: außen schlagregendicht (meist eine diffusionsoffene Folie), im Kern wärmedämmend und schalldämmend, innen luftdicht (in der Regel eine dampfdichte Folie oder ein entsprechendes Kompriband).
Der Aufpreis liegt bei zehn bis fünfzehn Prozent. Für die Langlebigkeit der Konstruktion und – wichtig – für die BAFA-Förderung ist es notwendig. Ohne nachweisbare RAL-konforme Montage keine Zuschüsse.
Altbau ist nicht Neubau
Im Neubau ist die Fensteröffnung sauber, trocken, rechtwinklig. Alles passt, das Team arbeitet zügig.
Im Altbau sieht es anders aus. Fensteröffnungen sind nicht genau vermessen worden, als das Haus gebaut wurde. Wandstärken variieren. Alte Holzrahmen sind teilweise mit dem Mauerwerk verwachsen. Putz bröckelt, wenn man den Rahmen rausnimmt. Kastenfenster haben zwei Rahmenebenen – äußeren und inneren – die beide raus müssen.
Im Altbau rechnen wir grundsätzlich mit 20 bis 40 Prozent Aufschlag auf die Montagekosten. Das ist kein Aufpreis, weil es teurer verkauft wird, sondern weil die Arbeit objektiv länger dauert. Ein ehrliches Angebot macht das transparent, statt den Aufwand nachher in Zusatzrechnungen zu verstecken.
Wo Sie bei der Montage wirklich sparen können
Nicht beim Material, nicht bei der Ausführung. Aber an anderen Stellen:
Alle Fenster auf einmal tauschen lassen. Anfahrt, Rüstzeit, Abdichtungsmaterial in großer Menge – das macht bei zehn Fenstern fünfzehn bis zwanzig Prozent aus gegenüber dem schrittweisen Austausch über mehrere Jahre.
Regional beauftragen. Ein Betrieb aus der Umgebung kalkuliert keine Anfahrtspauschale, ist für Nachbesserungen schnell erreichbar, kennt die typischen Altbau-Probleme der Region (bei uns: die 60er- und 70er-Jahre-Einfamilienhäuser in Gifhorn, Wolfenbüttel, Königslutter).
Fenster und Montage bei einem Anbieter. Nicht die Fenster billig in Polen bestellen und dann einen deutschen Handwerker suchen, der sie einbaut – die Gewährleistungslage wird dabei undurchsichtig, und wenn später etwas klemmt, schieben sich beide Seiten die Schuld zu.
BAFA-Förderung prüfen. Bis zu 20 Prozent Zuschuss sind möglich, wenn die Fenster den Uw-Wert 0,95 W/(m²K) oder besser erreichen und nach RAL montiert werden. Bei einem Einfamilienhaus mit zehn Fenstern und Gesamtkosten von 10.000 Euro sind das bis zu 2.000 Euro vom Staat.
Fragen, die häufig kommen
Kann ich das Fenster selbst einbauen?
Können Sie. Wir raten ab. Nicht weil wir das Geschäft nicht verlieren wollen – sondern weil die Garantie des Fensterherstellers in der Regel erlischt, die BAFA-Förderung entfällt, und Undichtigkeiten oder schiefer Einbau teuer werden. Der Selbsteinbau spart 200 bis 300 Euro pro Fenster. Ein einziger Folgeschaden durch Schimmel frisst das in Monaten auf.
Wie läuft das an einem typischen Tag ab?
Wir kommen morgens gegen acht, decken die Räume ab, bauen die alten Fenster aus. Parallel wird gereinigt und vorbereitet. Ab Mittag werden die neuen Fenster eingesetzt, abgedichtet, ausgerichtet. Am späten Nachmittag kontrollieren wir nochmal alles und räumen auf. Kleinere Nacharbeiten am Laibungsputz – meist am zweiten Tag oder in einer separaten Runde, damit der Putz trocknen kann.
Sind polnische Fenster bei der Montage problematisch?
Nein. Ein gutes Fenster aus Polen ist beim Einbau genauso unkompliziert wie ein deutsches – manche Systeme (DRUTEX, Eko-Okna, Aluplast) sind bei uns im Handwerk gut eingeführt. Entscheidend ist nicht das Herkunftsland, sondern ob Maße und Qualität stimmen.
Kosten Fenster mit Rollladen mehr bei der Montage?
Ein Aufsatzrollladen – der Kasten sitzt direkt auf dem Fensterrahmen – macht keinen spürbaren Unterschied. Ein Vorbaurollladen – ein separater Kasten vor der Fassade – kostet 40 bis 80 Euro Montage extra. Bei elektrischen Antrieben kommen je nach Verkabelungssituation weitere Positionen dazu.
Wenn Sie konkret werden wollen
Wir kommen vorbei, messen auf, machen uns ein Bild von der Situation. Ob Neubau in Vorsfelde, Sanierung in Helmstedt oder Einzeltausch in einem Braunschweiger Altbau – das Aufmaß und das Erstgespräch sind kostenlos und unverbindlich.
Was Sie danach bekommen: ein schriftliches Angebot mit allen Positionen, nachvollziehbar kalkuliert. Keine Pauschalen, keine Überraschungen.
Ergänzend: Unser ausführlicher Ratgeber zu Fensterpreisen 2026 und zum Thema Fenster aus Polen mit Einbau.


