Der August ist der Monat, in dem kaum jemand an Heizkosten denkt. Genau deshalb ist er der beste Zeitpunkt, um alte Fenster zu tauschen. Zwischen Bestellung, Fertigung und Montage vergehen bei Maßanfertigung vier bis acht Wochen. Wer jetzt bestellt, hat die neuen Elemente drin, bevor im Oktober die Heizung anspringt. Wer bis November wartet, heizt einen weiteren Winter durch undichte Rahmen nach draußen.
Was alte Fenster wirklich kosten
Ein Fenster aus den 1980er oder 1990er Jahren hat typischerweise einen Uw-Wert zwischen 2,5 und 3,0 W/(m²K). Moderne Kunststofffenster mit Dreifachverglasung liegen bei 0,8 bis 1,0. Das ist keine Zahlenspielerei: Über eine Fensterfläche von 25 Quadratmetern gehen bei alten Elementen pro Heizsaison mehrere hundert Euro Heizenergie verloren, je nach Energieträger und Haus.
Dazu kommen die Dinge, die keine Rechnung zeigt. Zugluft am Esstisch. Kondenswasser am Glasrand, das im Februar zu Schimmel in der Laibung wird. Straßenlärm, der durch Zweifachverglasung von 1992 einfach durchgeht. Beim Tausch verschwinden alle drei Probleme auf einmal.
Förderung 2026: Was der Staat dazugibt
Der Fenstertausch wird über die Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG) als Einzelmaßnahme bezuschusst. Die Eckpunkte:
- Zuschuss von 15 Prozent der förderfähigen Kosten, mit Fachplanung durch einen Energieeffizienz-Experten kommen weitere 5 Prozent iSFP-Bonus dazu, zusammen also bis zu 20 Prozent.
- Die neuen Fenster müssen einen Uw-Wert von höchstens 0,95 W/(m²K) erreichen. Gute Dreifachverglasung schafft das ohne Aufpreis-Exoten.
- Der Antrag läuft über das BAFA und muss vor dem Einbau gestellt sein. Zum Antrag gehört ein Vertrag mit Fördervorbehalt, ein Auftrag ohne diesen Vorbehalt kostet den Zuschuss.
- Alternativ gibt es den Steuerbonus nach §35c EStG: 20 Prozent der Kosten über drei Jahre verteilt von der Steuerschuld abziehbar, ohne Antrag vor Beginn, dafür ohne Kombination mit BAFA.
Wie der Antrag Schritt für Schritt läuft und warum der iSFP-Bonus seit dem 21. Juli 2026 beim reinen Fenstertausch meist nichts mehr bringt, steht im Beitrag Fensterförderung 2026: Antrag Schritt für Schritt.
Für ein Einfamilienhaus mit Fensterkosten von 20.000 Euro bedeutet das 3.000 bis 4.000 Euro Zuschuss. Voraussetzung ist ein Fachbetrieb, der die Montage nach anerkannten Regeln der Technik ausführt und das auch bestätigt. Eigenmontage ist nicht förderfähig.
Warum Fenster aus Polen die Rechnung verändern
Die Profile, die in deutschen Fenstern stecken, kommen häufig von denselben Systemgebern wie in polnischen: Veka, Aluplast, Salamander. Die Beschläge liefern Roto oder Winkhaus, das Glas kommt aus denselben Werken. Der Preisunterschied entsteht in der Fertigung, nicht im Material. Bei einem kompletten Haussatz liegt der Vorteil polnischer Fertigung oft bei 25 bis 35 Prozent.
Der Haken am Direktimport: Aufmaß, Transport, Montage und Gewährleistung liegen dann beim Käufer. Deshalb arbeiten wir bei Fra-Rem anders. Wir messen vor Ort im Raum Braunschweig, Wolfsburg, Helmstedt und Wolfenbüttel selbst auf, liefern Fenster aus Polen aus laufender Fertigung und montieren mit eigenem Team nach RAL-Grundsätzen. Für die Förderung zählt genau diese fachgerechte Montage mit Dokumentation.
Der Zeitplan bis zur Heizsaison
So sieht ein realistischer Ablauf aus, wenn die Anfrage jetzt im Spätsommer kommt:
- Woche 1: Besichtigung und Aufmaß vor Ort, Beratung zu Profil, Verglasung und Farbe. Danach steht ein Festpreisangebot.
- Woche 2: Falls Förderung gewünscht: Vertrag mit Fördervorbehalt unterschreiben und den BAFA-Antrag stellen. Beim Steuerbonus kann sofort bestellt werden.
- Woche 3 bis 7: Fertigung in Polen nach Maß.
- Woche 8: Montage. Ein Einfamilienhaus mit 12 bis 15 Fenstern ist in zwei bis drei Arbeitstagen komplett getauscht, inklusive Demontage und Entsorgung der Altfenster.
Der Tausch funktioniert auch im bewohnten Haus. Pro Raum ist das Fenster wenige Stunden offen, danach ist der Raum wieder dicht. Es muss also niemand ausziehen oder Urlaub nehmen.
Worauf es bei der Montage im Altbau ankommt
Das beste Fenster nützt nichts, wenn der Anschluss zur Wand schlampig gemacht ist. Drei Punkte entscheiden über das Ergebnis:
Erstens die Abdichtung in drei Ebenen: innen dampfdicht, in der Mitte gedämmt, außen schlagregendicht und diffusionsoffen. Zweitens die Befestigung im Mauerwerk, gerade bei älteren Ziegel- oder Porenbetonwänden. Drittens der saubere Anschluss an Rollladenkästen, die in Häusern der Region oft ungedämmt sind und nach dem Fenstertausch zur letzten Kältebrücke werden. Wer den Kasten gleich mitdämmen oder auf neue Rollläden aus Polen umrüsten lässt, erledigt das in einem Termin.
Häufige Fragen
Lohnt sich der Fenstertausch auch bei nur einzelnen Fenstern?
Ja, gerade Wetterseiten und große Elemente wie Terrassentüren bringen den größten Effekt. Die BAFA-Förderung gilt ab 300 Euro Rechnungssumme, also auch für Teilmaßnahmen.
Wie lange dauert die Lieferung von Fenstern aus Polen?
Bei Maßanfertigung vier bis sechs Wochen ab Bestellung, in der Hochsaison im Herbst eher sechs bis acht. Deshalb ist der Spätsommer der beste Bestellzeitpunkt.
Bekomme ich die Förderung auch mit einem Fenster aus polnischer Fertigung?
Ja. Entscheidend sind der Uw-Wert des Fensters (maximal 0,95) und die fachgerechte Montage durch einen Fachbetrieb, nicht das Herkunftsland. Beides weisen wir mit den Produktunterlagen und der Montagebestätigung nach.
Was kostet ein neues Fenster mit Einbau im Raum Braunschweig?
Ein Standard-Kunststofffenster 1,23 x 1,48 m mit Dreifachverglasung liegt inklusive Montage, Demontage und Entsorgung meist zwischen 550 und 850 Euro. Große Elemente, Sonderfarben und Schallschutzglas kosten entsprechend mehr. Ein Festpreis steht nach dem Aufmaß.
Muss ich beim Fenstertausch die Laibung neu verputzen?
Kleinere Ausbesserungen innen gehören zum Tausch dazu und sind im Angebot enthalten. Nur bei stark beschädigten Laibungen oder Formatänderungen fallen Putzarbeiten an, das klären wir beim Aufmaß.



