Die erste Frage beim Wintergarten ist nicht die nach Glas oder Aluminium. Sie lautet: Wollen Sie den Raum das ganze Jahr nutzen oder von März bis November? Davon hängt alles ab, das Fundament, die Genehmigung, der Preis. Und weil sich ein kalter Wintergarten später nicht zum warmen umbauen lässt, sollte die Antwort vor dem ersten Aufmaß feststehen.
Der Unterschied in zwei Sätzen
Kaltwintergarten, auch Sommergarten genannt: unbeheizt, Aluminiumprofile ohne thermische Trennung, Dach aus Polycarbonat-Stegplatten oder Verbundsicherheitsglas, Seitenelemente mit Schiebetüren. Er schützt vor Regen, Wind und der ersten Kälte. Im Hochsommer ist es darin wie draußen, im Winter ein paar Grad über dem Außenwert durch die Sonne.
Warmwintergarten: ein vollwertiger Anbau. Bodenplatte mit Frostschutz und Dämmung, thermisch getrennte Profile, Dreifach-Wärmeschutzglas mit Ug von höchstens 0,6 W/(m²K), Heizung, Lüftung, oft Kühlung. Das ganze Jahr bewohnbar, dafür drei- bis viermal so teuer wie ein Kaltwintergarten gleicher Grundfläche.
Die meisten, die zu uns kommen, wollen am Ende einen Kaltwintergarten. Die Idee vom ganzjährigen Glaszimmer ist schön, die Realität ist, dass man ein Glashaus heizen muss, und das ist energetisch die ungünstigste Bauform, die es gibt.
Kosten: eine ehrliche Rechnung
Kaltwintergarten, 4 × 3 Meter, Aluminium, Polycarbonat- oder Glasdach, Seitenelemente mit Schiebetüren, Montage inklusive: bei uns 10.000 bis 18.000 Euro, je nach Ausstattung. Dazu kommen Einzelfundamente unter den Pfosten oder ein Ringfundament, das je nach Untergrund ein paar hundert bis wenige tausend Euro kostet. Beschattung mit Sonnen- und Windwächter ist optional.
Warmwintergarten, 15 Quadratmeter, wärmegedämmt, Bodenplatte mit Dämmung und Frostschürze, Dachkonstruktion mit Isolierverglasung, Heizung und Lüftung: 25.000 bis 50.000 Euro. Der Unterschied kommt nicht vom Glas allein. Fundament, Heizung, Lüftung und Beschattung sind beim Warmwintergarten Pflicht, sonst wird er im Sommer zum Backofen und im Winter zur Tropfsteinhöhle.
Wer beim Kaltwintergarten ein paar tausend Euro sparen will, findet Angebote aus polnischer Fertigung. Was das im Einzelfall bringt und woran es scheitern kann, haben wir im Beitrag Wintergarten aus Polen, lohnt sich das? durchgerechnet. Unsere eigenen Kaltwintergärten bauen wir auf Aluminiumprofilen aus deutscher Fertigung, mit Statik für Niedersachsen und Montage durch unser Team.
Genehmigung in Niedersachsen
Hier wird es konkret, weil die Regeln vom Bundesland abhängen. In Niedersachsen gilt die NBauO.
Warmwintergarten: immer genehmigungspflichtig. Er ist ein beheizter Aufenthaltsraum, zählt zur Wohnfläche und muss das Gebäudeenergiegesetz einhalten. Sie brauchen einen Bauantrag mit Statik, Wärmeschutznachweis und Entwurfsverfasser. Rechnen Sie mit zwei bis vier Wochen für Planung und Statik und danach mit der Bearbeitungszeit des Bauamts.
Kaltwintergarten: nach § 60 NBauO ist ein unbeheizter Wintergarten bis 30 Quadratmeter Grundfläche an einem Wohnhaus teilweise verfahrensfrei, wenn Grenzabstand und Bebauungsplan eingehalten werden. Verfahrensfrei heißt aber nicht regelfrei: In Niedersachsen gelten 3 Meter Abstand zur Grundstücksgrenze, die Höhe darf die Traufe des Hauses nicht überschreiten, und im Außenbereich gilt die Freistellung nicht.
Unser Rat: Fragen Sie beim Bauamt des Landkreises Helmstedt, des Landkreises Gifhorn, der Stadt Wolfsburg oder Braunschweig nach, bevor Sie bestellen. Eine formlose Bauvoranfrage kostet wenig und erspart den Rückbau. Wir liefern dafür die Zeichnung mit Maßen und die Statik.
Statik: was in unserer Region dazukommt
Der Raum zwischen Wolfsburg, Helmstedt und Braunschweig liegt in Schneelastzone 2. Das Dach muss mindestens 85 Kilogramm Schnee pro Quadratmeter tragen, in Höhenlagen wie Elm und Lappwald mehr. Wir dimensionieren grundsätzlich mit Reserve, weil ein gebrochenes Wintergartendach nach einem schneereichen Winter kein theoretischer Fall ist.
Windlasten sind in der offenen Landschaft spürbar, gerade bei Konstruktionen, die nicht direkt am Haus anliegen. Und beim Fundament rechnen wir mit 80 Zentimetern Frosttiefe. Ein Kaltwintergarten braucht Einzel- oder Ringfundamente, ein Warmwintergarten immer eine vollständige, gedämmte Bodenplatte, sonst haben Sie eine Kältebrücke am Boden.
Wann der Kaltwintergarten die bessere Wahl ist
Wenn Sie vor allem einen geschützten Sitzplatz wollen, der Grill auch bei Regen nutzbar sein soll und der Raum im Winter nicht gebraucht wird. Wenn das Budget unter 20.000 Euro liegt. Und wenn der Anbau klein bleiben darf, damit die Genehmigung einfach ist. Viele Kunden beginnen mit einer Terrassenüberdachung und bauen nach zwei oder drei Jahren mit Seitenelementen und Schiebetüren Schritt für Schritt einen Kaltwintergarten daraus. Das geht mit unserem modularen System, mit vielen anderen nicht.
Wann Sie zum Warmwintergarten greifen sollten
Wenn der Raum ein Esszimmer, Büro oder Wohnzimmer werden soll und Sie bereit sind, ihn zu heizen. Wenn Sie ohnehin einen Bauantrag brauchen. Und wenn Sie das Haus als Ganzes energetisch sanieren, dann fügt sich der Wintergarten mit Dreifachglas ins Konzept. Der Übergang zum Haus läuft in beiden Fällen meist über eine Hebe-Schiebetür, die im Sommer offen bleibt.
Was wir beim Aufmaß prüfen
Himmelsrichtung, denn Süd braucht zwingend Beschattung. Anschluss ans Haus, Dachneigung, Regenwasser. Untergrund und Frostsicherheit. Grenzabstand und Bebauungsplan. Und die Frage, ob eine große Terrassenüberdachung nicht besser passt als ein Wintergarten, denn das sagen wir auch, wenn es so ist.
Häufige Fragen
Braucht ein Wintergarten in Niedersachsen eine Baugenehmigung?
Ein beheizter Warmwintergarten immer. Ein unbeheizter Kaltwintergarten bis 30 Quadratmeter an einem Wohnhaus ist nach § 60 NBauO teilweise verfahrensfrei, Grenzabstand von 3 Metern und Bebauungsplan gelten trotzdem. Vorher beim Bauamt nachfragen.
Was kostet ein Kaltwintergarten mit Montage?
Bei 4 × 3 Metern in Aluminium mit Dach und Schiebetüren 10.000 bis 18.000 Euro, je nach Ausstattung, plus Fundament.
Kann man einen Kaltwintergarten später zum Warmwintergarten umbauen?
Nein, nicht sinnvoll. Fundament, Profile und Glas müssen komplett getauscht werden. Wer sich später Wohnraum vorstellen kann, sollte gleich warm bauen. Eine Heizung im Kaltwintergarten nachzurüsten lohnt sich nicht, weil der Raum energetisch dafür nicht ausgelegt ist.
Wie lange dauert der Bau?
Rechnen Sie mit zehn bis vierzehn Wochen: Aufmaß und Angebot zwei Wochen, Planung und bei Bedarf Bauantrag zwei bis vier Wochen, Fertigung vier bis sechs Wochen, Montage drei bis fünf Tage.
Welche Verglasung passt zum Kaltwintergarten?
Entweder 16 Millimeter Polycarbonat-Stegplatten, günstig, leicht und hageltauglich, nach 10 bis 15 Jahren austauschbar, oder Verbundsicherheitsglas, teurer, optisch hochwertiger und leiser bei Regen.
Sie überlegen zwischen kalt und warm? Wir kommen zum kostenlosen Aufmaß nach Wolfsburg, Braunschweig, Helmstedt oder Gifhorn und rechnen beide Varianten mit Fundament und Genehmigungsaufwand durch. Jetzt anfragen



